Sport schauen begann für mich einerseits beim Formel 1 schauen am Wochenende im österreichischen Fernsehen, das konnten wir damals im Landkreis Konstanz ebenso selbstverständlich empfangen wie die schweizer Sender.
Sport schauen war auch Ferien und Sommer, in den Ferien war ich bei meinen Cousins und Cousine, dort gabs samstags ganz selbstverständlich um 18 Uhr die Sportschau.
Sport ist Auszeit
Sport schauen ist daher für mich was Unbeschwertes, etwas Gutes, ein Stückchen Kindheit, Pause vom Alltag.

Sportliche Großereignisse
«Ich will ein Geschwisterchen, aber bitte kein Chinesenbaby».
Ich war acht Jahre alt und schon damals zeigte sich: Erdkunde hatte ich nicht drauf. Aus den gerade stattfinden Olympischen Spielen in Sapporo und den asiatisch aussehenden Menschen dort, sowie dem was ich gehört hatte von jeder fünfte Mensch lebe in China, machte ich einen echten Wirrwarr. Geschwister bekam ich nicht, vermutlich waren die Ferien in einer Familie mit mehreren eigenen und immer auch Besuchskindern daher etwas so Besonderes.
Wir hatten manchmal einen Fernseher, manchmal hatte der Bild, mal hatte er Ton. Später gabs nachmittags Tennis als ich krank war und mit den Röteln nicht raus durfte, dafür schaffte meine Mutter spontan unseren ersten Farbfernseher an.
Da kam irgendwann das Jahr, als Bumbum Wimbledon gewann.
Olympische Spiele, wirklich an Sportliches erinnere ich mich bei Innsbruck, überwiegend im Radio mit der Gold-Rosi. Wirklich im Fernsehen selbst verfolgt, ist es bei den Sommerspielen erst 1984. Der Albatros, «Mischaell Groos» versuchte irgendwann der amerikanische Stadionsprecher, nach den beeindruckenden Leistungen und Medaillen. Anfangs war es nur die englische Namensaussprache.
Aber auch Handball schauen fing für mich da irgendwo an, mit Erhard Wunderlich und den Herren bei Olympia.
Eishockeyfinale morgens um fünf Uhr 2018, natürlich bin ich aufgestanden. Und schön war’s, auch wenns nicht der Titel war.
Fußball
Die Frauen so in der Ära mit Renate Lingor «un jetzt sin mir Frauen Weltmeister» im Video übers Ländle
…aber auch mit Nadine Angerer, die alles hielt, was kaum zu glauben war.
Bei den Männern bin ich unsicher aber ganz sicher so ab der EM 1980 mit Klaus Allofs, Horst Hrubesch und dem Titel.
WM 2026
Fußball ist besonders schön, wenn er unbeschwert ist. Nun, das hat für diese Herren-WM gar nicht geklappt.
- Kommerz.
- FIFA.
- Politik.
- Korruption.
- Den Friedenspreis für den Orangenen.
- …
Die zurückgenommene Sperre eines amerikanischen Spielers nach einer Roten Karte.
Es ändert manches an meinem gesamten Spaß daran, es ist nicht so schön wie andere Weltmeisterschaften und doch es ist WM.
Die Deutschen sind raus, ja.
Schade, ja.
Aber noch nie war für mich WM, nur mein Land.
Ich mag als Grenzkind die Schweiz sehr. Aber auch Österreich ist mir vermutlich schon wegen des Fernsehens früher nah, als alle Österreicher immer «sehr brav gfahren sind», egal wie gut oder schlecht das Ergebnis war.
England mag ich als Land sehr. Aber auch andere Länder mag ich.
Kürzlich war ich wohl erstmals Belgienfan, zusammen mit den gefühlt anderen acht Milliarden, die hofften, dass das Spiel löst, was da mit der roten Karte gelaufen war. Wie schön, dass es geklappt hat.
Schweizer Nati
Die Schweizer, schweizer Fußball-Nati, gesprochen [ˈnat͡si].
Meine Nerven, 2006 sie waren gut, sie sind das einzige Team in der WM-Geschichte, das ohne einen einzigen Gegentreffer in der regulären Spielzeit ausschied. Aber sie hatten Penaltyschiessen. Urs Maier war unter anderem Experte im deutschen Fernsehen und dem gings wie mir, teils wörtlich. Das 0:3 im Elferschießen war die Hölle.

In späteren Jahren immer mal wieder, sie waren gut, aber ihre Chancenverwertung war immer wieder himmelschreiend schlecht.
Nun, aber es sind halt meine Schweizer. Und sie sind im Viertelfinale. Tja, 3 Uhr in der Nacht auf Sonntag.
Es ist erstmals die Chance aufs Halbfinale. In der Schweiz ist vielfach Freinacht. Teils kantonsweit, teils in Städten wie Kreuzlingen und Schaffhausen auf die Stadt bezogen.
…und ja ’s wär mega-glatt, wenn ‚d Schwiizer is Halbfinal kämtet!
Deshalb also nicht nur um elf Norwegen – England, sondern halt auch um 3 Uhr Argentinien – Schweiz.
12.07.2026 schade, es hat nicht so viel gefehlt, doch der Weltmeister ist weiter. Und auch schade um die Norweger und ihr rudern und so, aber nun Tuchel und die Engländer knapp, aber weiter.
Spiel um den 3. Platz
Im Vorfeld hieß es noch alle hätten keine Lust. Bei der EM gäbs da auch nicht. Und dann kommt das Spiel Frankreich : England.
So genial, so klasse, so ein Schlagabtausch, so viele Tore, genial!
Frankreich : England hatte Erwartungen, ich war sicher nicht die Einzige, die leichte Vorteile bei den Franzosen sah. Doch dann legten die Engländer los, schon in der zweiten Minute das erste Tor, mit dem 0:4 ging es in die Halbzeit.
Zehn Tore
Jetzt zeigten die Franzosen, wer sie sind, 48. Minute das 1:4, in der 66. das 3:4. Schlussendlich nochmal viele Chancen und noch drei Tore, so dass es schlussendlich 10 Tore waren, es endete mit 4:6, die Engländer haben somit ihr bestes Ergebnis seit sechzig Jahren.
Mal schauen, ob das Finale dieses «kleine Finale» toppen kann, es würde mich wundern und freuen.
Weltmeister nach Trauerspiel
Juhu, endlich vorbei!
Was für ein unfassbar mühsames Gekicke. Die Spanier machten das Spiel, irgendwann waren es 20 : 0 Torschüsse in der Verlängerung, als die Argentinier erstmals aufs Tor schossen.
Wieder viele Fouls der Argentinier, unterm Strich 1:0 für Spanien. Alles in allem verdient Weltmeister, sie waren für alle Aktionen in diesem Spiel allein verantwortlich.
Spielerisch
Nichts an dieser Veranstaltung war wirklich gut. Hymnen, Halbzeitprogramm, das Spiel.
Nur gut, dass es gestern ein wunderbares Spiel gab.

Alles egal?
Nein, mir ist das Drumrum nicht egal. Es ändert was, unbeschwerte Trikots für den jeweiligen Abend der ein oder anderen Mannschaft habe ich inzwischen meist nicht mehr. Auch Public Viewing oder ein Fest rundum ein Spiel ist seltener.
Aber Sport ist beides, es ist Sport. Es sind Sportler, die teils ihr Leben lang dafür arbeiten, bei einem Großereignis dabei zu sein. Wenn ein Ereignis stattfindet, dann schaue ich den Sport.
Es dürfte deutlich mehr kritische Berichterstattung rund um Sportliches geben. Aber die Leistung derer bei einem großen Sportereignis, die ist für mich sehenswert.


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